BVK nach intensivem Jahr neu aufgestellt

26.01.2012 - Medienmitteilung

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Die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Innert kurzer Zeit hat sie mit hohem Tempo die meisten Empfehlungen der Administrativuntersuchung umgesetzt, ihre Geschäftsprozesse breiter abgestützt und sich in vielen Bereichen neu ausgerichtet. Als nächste Herausforderung stehen nun die Verselbstständigung und Umwandlung in eine Stiftung ab 2014 vor der Tür.

Die BVK konnte sich als Folge des Korruptionsfalls um den fristlos entlassenen früheren Anlagechef auch im vergangenen Jahr nicht über öffentliche Beachtung beklagen. Von der Öffentlichkeit weniger beachtet hat die Pensionskasse nicht nur die nun beim Kantonsrat pendente Sanierung vorangetrieben, sondern innert kurzer Zeit auch ihre Organisation neu ausgerichtet. Die Veränderungen entsprechen den Empfehlungen der unabhängigen Administrativuntersuchung, die Finanzdirektorin Dr. Ursula Gut-Winterberger angeordnet hatte und deren Resultate vor Jahresfrist präsentiert worden sind.

Investment Committee wird breiter abgestützt

So hat die BVK den früher mit nur einer verantwortlichen Person unterdotierten Anlagebereich (Asset Management) auf total fünf Stellen ausgebaut. Sie verfügt damit über ein breit abgestütztes Knowhow, das dem Anlagevolumen der zweitgrössten Kasse der Schweiz entspricht. Zudem öffnet und verbreitert die Finanzdirektorin, wie sie an einem Mediengespräch bekannt gab, das Investment Committee – auch im Sinne eines Vorgriffs auf die Verselbstständigung: Diesem gehören ab 1. April 2012 nicht mehr nur je ein Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als stimmberechtigte Mitglieder an, sondern neu je zwei. Von der BVK wird nur noch deren Chef als stimmberechtigtes Mitglied dabei sein. Beraten wird das Gremium zudem von nicht stimmberechtigten Fachleuten.

Ebenfalls als Lehre aus dem Korruptionsfall hat die BVK ein internes Risiko Management aufgezogen und das interne Kontrollsystem (IKS) verstärkt. Die neue Abteilung Risk Management & Controlling ist direkt dem Chef der BVK unterstellt, und der verantwortliche Abteilungsleiter verfügt als Mitglied der Geschäftsleitung über die für den Aufgabenbereich notwendigen Kompetenzen. Auf Anfang 2011 hat die BVK die Loyalitätsbestimmungen auf alle Mitarbeitenden ausgedehnt und verschärft; sie sind im Vergleich restriktiver ausgelegt als bei anderen Pensionskassen.

Den grössten Ausbau erfährt derzeit die Versichertenverwaltung, die ihren Kundenservice damit verbessern und speziell auch auf die Bedürfnisse der angeschlossenen Arbeitgeber ausrichten kann. Sie verzeichnet gerade auch im Hinblick auf die anstehende Sanierung eine erhöhte Beratungsnachfrage. Verstärkt hat die BVK auch den Liegenschaftenbereich (Real Estate Management), der sich zurzeit mit mehreren Grossprojekten befasst (Archhöfe Winterthur, Vertex Zürich-Oerlikon, Im Vieri Schwerzenbach sowie Eichhofareal Luzern).

Weitere Mandate geprüft und angepasst

Fortgesetzt hat die BVK die Überprüfung laufender Mandate. Einzelne wurden gekündigt wie zum Beispiel jenes mit der Complementa AG, die mit der Wertschriftenbuchhaltung und dem Investmentcontrolling beauftragt war; diese Aufgaben werden nun zum Teil hausintern wahrgenommen, zum Teil neu vergeben wie jenes der Wertschriftenverwahrung, die an den Schweizer Ableger von JP Morgan ging. Da bestehende Verträge neu ausgehandelt wurden, konnten die Vermögensverwaltungskosten erneut gesenkt werden.

Gemäss ersten provisorischen Berechnungen dürfte der Deckungsgrad im vergangenen Jahr auf Grund der insgesamt ungünstigen Kursentwicklung an den Kapitalmärkten im Jahr 2011 dennoch gefallen sein, von 86,5 auf 83,2 Prozent. Die Rendite der Anlagen erreichte minus 0,6 Prozent, womit sich das Ergebnis der BVK im Rahmen des Durchschnitts der Schweizer Pensionskassen bewegt. Der Deckungsgradverlust ist zur Hauptsache auf den zu hohen technischen Zinssatz zurückzuführen, der den laufenden Renten zu Grunde gelegt ist. Dies zeigt damit deutlich, wie dringend die dem Kantonsrat beantragte Sanierung ist.

Nächster Schritt: Wahl des Stiftungsrates

Eine weitere grosse Herausforderung für die BVK wird die vom Bund auf Anfang 2014 verlangte Verselbstständigung sein. Laut Finanzdirektorin Dr. Ursula Gut-Winterberger wird sich der Regierungsrat demnächst mit dem Vorgehen befassen. Geplant ist, dass der paritätisch zusammengesetzte Stiftungsrat noch in diesem Jahr bestimmt wird – auf Seiten der Arbeitnehmer mit einer demokratischen Wahl. Der Stiftungsrat soll seine Arbeit bereits 2013 aufnehmen und die notwendigen Entscheide im Hinblick auf die künftige Organisation der BVK als vollkapitalisierte privatrechtliche Stiftung fällen können.

(Medienmitteilung der Finanzdirektion)

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